Neues aus der Pfarrei „St. Josef“, Mobaye

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Unsere Pfarrkirche. Links: Figur des Hl. Josef in unserer Kirche

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Am vergangenen Montag sind Père Christ-Roi und Prince aus Bangui wieder nach Gbadolite zurückgekommen: Prince, um bei uns sein Diakonatsjahr zu absolvieren, und Christ-Roi, um sich von unserer Gemeinde zu verabschieden.

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Beim Abschiedskaffee für Père Christ-Roi

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Nach knapp einem Jahr als Pfarrer in Mobaye wird er eine neue Stelle in Bangui antreten. Als Spiritaner in der Zentralafrikanischen Republik haben wir leider nur eine sehr dünne „Personaldecke“. Zwei Mitbrüder gehen für spezifische Projekte ins Ausland, ein dritter verlässt die Kongregation. Lediglich ein neuer Mitbruder kommt dieses Jahr hinzu, aber der stammt aus Gabun und muss deshalb erst einmal unsere Landessprache Sango erlernen. Um in unseren sechs Spiritaner-Pfarreien im Land weiter Dienst tun zu können, bedeutet das, dass in jeder Gemeinschaft jetzt nur noch zwei Mitbrüder leben können. Für unser Mobaye heißt das konkret: Prince, der erst im August geweihte Diakon, und ich. Und das heißt, dass ich jetzt auch schon alle Aufgaben des leitenden Pfarrers übernehmen muss. Ich habe unserem Provinzial Père William sowie unserem Bischof Cyr-Nestor gesagt, dass ich das alles ein wenig früh finde und mich der Aufgabe noch nicht gewachsen fühle. In Deutschland muss man erst mehrere Jahre Vikar oder Kaplan sein, dann eine Ausbildung machen, die mit einem zu bestehenden Pfarrersexamen abschließt. Das macht meiner Meinung nach auch sehr viel Sinn. Aber die Antwort von Provinzial und Bischof war lapidar und dieselbe: In Zeiten von Rebellion, Krieg und Flucht gelten andere Regeln…

Dann schauen wir mal, was das geben wird. Zunächst übernehme ich kommissarisch die Gemeindeleitung, bevor dann irgendwann die offizielle Einsetzung durch den Bischof erfolgt. Wenn wieder Frieden ist. Zumindest ein klein wenig.

Und so bleibt unsere Pastoral der Versuch einer Seelsorge auf beiden Seiten des Ubangi:

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Bei der Überfahrt im Einbaumboot. Vor uns die zentralafrikanische Seite.

Von freitags bis montags in unserem Mobaye, unter Seleka-Rebellen, mit einigen verbliebenen Gemeindemitgliedern. Und von montags bis freitags zu Gast beim Bischof in Gbadolite, unterwegs unter unseren Flüchtlingen entlang des Flusses auf kongolesischer Seite.

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Nach der Messe am vergangenen Sonntag in unserem Mobaye
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Flüchtlingskinder auf kongolesischer Seite

Issa und Ismaïl, Teil 2. Oder: Warum der Krieg in Zentralafrika kein Krieg der Religionen ist.

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Ismaïl
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Issa

Die Namen verraten es schon, und ihre Volkszugehörigkeit auch: Issa (das ist übrigens der Name „Jesus“ auf Arabisch) und Ismaïl sind Muslime.

 

Eine ganz große Tragik liegt auf diesem Land, der Zentralafrikanischen Republik: Dass nämlich auf den Konflikt von Anfang an die Religion aufgepfropft wurde. Aus der Tatsache, dass die meisten Seleka-Rebellen Muslime sind und die meisten Anti-Balaka-Kämpfer irgendwann als Kinder mal getauft wurden (ich schreibe bewusst nicht: „… und die meisten Anti-Balaka-Kämpfer Christen sind…“), erwuchs rasend schnell die Kurzschluss-Interpretation: Da kämpfen Muslime gegen Christen, also ist es ein Krieg der Religionen. Die Bilder von zerstörten Kirchen und abgebrannten Moscheen scheinen diese Vorstellung zu illustrieren. Und diese gefährlich falsche Deutung macht nicht nur in den Weltnachrichten die Runde (auch die „Tageschau“ bildet da keine Ausnahme), sondern – und das ist fatal – auch in den Köpfen und Herzen vieler Zentralafrikaner. Wo man früher friedlich miteinander lebte, herrscht nun höchstes Misstrauen oder sogar Hass. In den Augen vieler Muslime sind alle Christen potentielle Anti-Balaka-Kämpfer, in den Augen vieler Christen sind alle Muslime potentielle Selekas. Das führt dazu, dass Seleka-Rebellen Guillaume, Héno und Dominique umbringen wollen, und dass Anti-Balakas auf Issa und Ismaïl schießen.

Es stimmt aber auch nicht, in verkürzter Weise zu behaupten, der Krieg habe nichts mit Religion zu tun. Ich sehe es eher so, dass da ein diffuses, ethnisch-religiös geprägtes Gefühl von Zusammengehörigkeit und Abgrenzung entsteht, das Öl ins Feuer gießt. Man ist Teil einer bestimmten Volksgruppe, die durch die gemeinsame Sprache und gemeinsame Traditionen geprägt ist – und wird damit zum Feind der anderen. Darauf pfropft sich nun auch noch die religiöse Zugehörigkeit und verstellt damit den Blick auf die wahren Ursachen des Konfliktes.

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Geldscheine der Zentralafrikanischen Republik

In Wirklichkeit geht es um den Machtwahn einiger Kriegsherren und darum, dass sich die großen Befehlshaber ihre großen Taschen füllen, und die kleinen ihre kleinen. Es geht um Geld, Gold, Diamanten und Rinderherden. Auf beiden Seiten. Das ist alles.

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Ein Mbororo mit seinen Rindern vor unserer Kirche am vergangenen Sonntag

Und damit keine Zweifel aufkommen, damit sich der kleine Rest Menschlichkeit, der in jedem Menschen zu Hause ist, nicht regt, betäuben die jungen Männer ihr Gewissen und sicher auch ihre Angst mit Drogen. Ist einmal die irrationale Gewalt entfesselt, wer kann sie wieder bändigen…? Gott kommt in all dem nicht vor.

Es ist, als sei der Osten der Zentralafrikanischen Republik das Schlachtfeld geworden, auf dem zwei teuflische Kräfte miteinander kämpfen. Sieger gibt es nicht. Nur Verlierer, und der größte ist die Zivilbevölkerung.

Kein Akt der Gewalt lässt sich auch nur im geringsten mit Gott rechtfertigen; mit jenem nicht, der im Islam als der „Allbarmherzige“ angebetet wird, und auch nicht mit jenem, der im Christentum als die „Liebe“ bekannt wird. Ist am Ende ja eh derselbe.

Die Geschichte von Kain und Abel, der Urmythos vom Brüdermord, wiederholt sich in diesen Tagen in der Zentralafrikanischen Republik. Warum tötet Kain seinen Bruder Abel? – Aus purem Neid. Warum töten Selekas Christen, und warum töten Balakas Muslime? – Aus demselben Grund.

Gott sei Dank gibt es aber auch die Anderen, die, die mit diesem Brudermord nichts zu tun haben wollen. Viele von ihnen sind in den Kongo geflohen, und sie sehnen sich nur danach, so schnell wie möglich wieder heimzukehren, um in Frieden und Sicherheit miteinander leben zu können: Sangos und Mbororos, Christen und Muslime. Aber leicht wird das nicht werden: Zu viele Menschen sind schon gestorben, zu viele Häuser verbrannt, zu viele Habseligkeiten geraubt.

Der Einzige, der da helfen kann, ist Gott. Deshalb bete ich auch in der Messe, beim Eucharistischen Hochgebet, für Issa und Ismaïl.

Ismaïl hat mir übrigens versprochen, in Mobaye vorbeizukommen und uns einen Liter frische Milch zu bringen. Wenn wieder Frieden ist.

Issa und Ismaïl

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Der Osten. ©: Ocha

Die Kämpfe in der Basse-Kotto, das heißt in unserer Provinz, flammen immer wieder auf. Dabei kommt es aber nicht nur zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Seleka-Rebellen und den sogenannten „Anti-Balakas“, sondern oft ist die Zivilbevölkerung Zielscheibe einer der beiden Gruppen. Vor einigen Wochen habe ich auf diesem Blog von Guillaume, Héno und Dominique berichtet, die Opfer von Angriffen der Seleka geworden sind. Heute liegen in dem gleichen Saal des Krankenhauses von Gbadolite Issa und Ismaïl, zwei junge Männer, die zum Volk der „Mbororo“ – oder auch „Peul“ genannt – gehören. Das ist nun genau jene Volksgruppe, die den Großteil unserer Seleka-Rebellen stellt, welche Mobaye und die Basse-Kotto beherrschen. In den Augen ihrer Feinde, der Anti-Balaka, sind alle Mbororos Seleka-Kämpfer, ohne Unterschied.

Aber Issa und Ismaïl sind keine Seleka, sie trugen an jenem Morgen auch keine Waffen, als sie im Busch in der Nähe von Zangba ihre Kühe hüteten. Eine Gruppe bewaffneter Anti-Balakas hat einfach auf sie geschossen. Ismaïls Vater ist dabei ums Leben gekommen.

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Issa

Issa hat eine Kugel am Fuß getroffen und eine tiefe Wunde gerissen.

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Ismaïl

Schlimmer sieht es aber für Ismaïl aus: Mehrere Splitter einer Schrotpatrone sind in den Brustkorb eingedrungen. Er hat mir das Röntgenbild gezeigt. Man sieht deutlich im Bereich des linken Lungenflügels die verbliebenen Reste. Wenn Ismaïl spricht, dann lacht er auch und ist ganz zuversichtlich. Aber dabei atmet er nur oberflächlich. Wenn er nämlich tief Luft holt, dann löst das einen Hustenreiz aus – und er spuckt Blut. Im hiesigen Krankenhaus wird er jetzt behandelt – mit Antibiotikaspritzen. In der Hoffnung, dass sich die Splitter verkapseln. An eine operative Entfernung der Kugelreste ist nicht zu denken. Ich hoffe und bete, dass das alles gut geht. Auch Issa und Ismaïl helfen wir. Mit Euren Spendengeldern.

Unterwegs mit dem Motorrad

In meinen vergangenen Einträgen habe ich es am Rande immer mal erwähnt: Unser Fortbewegungsmittel ist in der Regel das Motorrad.

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Unser Auto und unser Motorrad sind in Mobaye geblieben, in Obhut der mauretanischen Blauhelmsoldaten. Ob sie da wirklich sicher sind, wird die Zukunft zeigen, aber die Fahrzeuge über den Fluss zu schaffen und damit auf kongolesischen Straßen unterwegs zu sein – nein, Danke, auf die ewigen und teuren Diskussionen mit den kongolesischen Behörden habe ich keine große Lust.

Und so sind wir hier auf die sogenannten „taxi-motos“ angewiesen, Motorräder, die man sich mitsamt Fahrer mietet, für eine Strecke, oder auch mal für ein paar Stunden, wenn es in abgelegene Dörfer geht, wo man sicher kein Motorrad mehr für die Rückfahrt finden würde. Mit solchen Motorrädern geht es immer wieder über die gute asphaltierte Straße nach Mobaye-Mbongo (Kongo), um von dort aus in unser Mobaye-Banga (Zentralafrika) überzusetzen. Die halbstündige Fahrt kostet umgerechnet drei Euro. Auch dafür verwenden wir Eure Spendengelder. Mit solchen Motorrädern fahren wir aber auch in die abgelegenen Dörfer, zu unseren Flüchtlingen, über felsige Wege und Sandpisten. Grad in der Regenzeit ist das manchmal recht „abenteuerlich“… Und mit solchen Motorrädern ging es auch vor vier Wochen nach Zongo und Bangui; da waren wir drei Tage lang unterwegs gewesen.

Übrigens: so neu ist das alles nicht. Das haben schon unsere Spiritaner-Vorfahren so gemacht…

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© Fotoarchiv der Spiritaner / Chevilly-Larue

 

 

Wieder zurück in Gbadolite und Mobaye

Die Strecke, die auf der Hinfahrt mit dem Motorrad drei Tage in Anspruch nahm, habe ich auf dem Rückflug in einer Stunde zurückgelegt. Dank eines Platzes in einem UNO-Flieger bin ich am Montag wieder ganz rasch in Gbadolite angekommen. Père Christ-Roi und Prince, unser neugeweihte Diakon, bleiben noch ein wenig in Bangui und kommen in zwei Wochen nach.

So bin ich am Dienstag wieder nach Lembo und Mobaye (Kongo) gefahren, um unsere Leute zu treffen, zu hören, was sie aktuell bewegt, und zu erzählen, was wir in Bangui erlebt haben. Zudem wollte ich unbedingt bei Abraham und Mama Gisèle vorbei, um zu sehen, wie das Gesundheitsprojekt läuft.

Besuch poste de Santé

Die gesundheitliche Situation unserer Flüchtlinge bleibt kritisch, besonders die der Kinder. Aber das Team macht eine tolle Arbeit. Auch wenn wir alle wissen, dass ihr Engagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, so ist’s aber doch eben dieser Tropfen, der den Unterschied macht, bis zur Ankunft der großen Nichtregierungsorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ .

Am Mittwoch habe ich wieder in unser Mobaye übergesetzt. Ich kann nicht verhehlen, dass da vor allem das Gefühl der Erleichterung war, als ich unsere noch in der Stadt verbliebenen Leute unversehrt wiedergetroffen habe, vor allem Michel, unseren Wachmann, und Maurice, unseren Koch, die die ganze Zeit im Haus und an der Kirche geblieben sind, als wir in Bangui waren.

Am Donnerstag Morgen konnte ich dann wieder Gottesdienst feiern. Wir waren zu acht. Momente, um das, was wir hier erleben, vor Gott zu tragen… Am Nachmittag habe ich wieder in den Kongo übergesetzt.

Centre Kambo

Gestern war ich in Kambo, beim Team unseres Krankenhauses aus Zangba. Mittlerweile arbeiten Mama Marie-Antoinette und ihr Team nicht mehr unter freiem Himmel, sondern wir haben ein Haus angemietet.

Und „Ärzte ohne Grenzen“ wartet weiterhin auf die „Arbeitserlaubnis“ aus Kinshasa…

Messe mit Prince
Gottesdienst an einem Sonntag, als noch etwas Frieden war

 

 

Gleich geht es dann wieder zurück in unser Mobaye, um gerade am Sonntag vor Ort sein zu können. Für mich hat das einen ganz starken Symbolwert, vielleicht schwingt da auch ein wenig „Trotz-Gefühl“ mit: Eucharistie zu feiern, den Gott des Lebens und des Friedens zu bekennen, und dabei umgeben zu sein von bewaffneten Rebellen, von denen ich nicht weiß, was für sie „Frieden“ bedeutet.

Der Kongo

Morgen geht es also zurück nach Gbadolite. Und dann im Laufe der Woche wieder nach Mobaye. Dann wird ein Fuß wieder auf zentralafrikanischem Boden stehen, und der andere im Kongo bleiben. Unser pastoraler Ansatz ist dieser: In unserem Mobaye vor Ort zu sein, missionarische Präsenz zu zeigen. Und gleichzeitig bei unseren Leuten zu sein, die ja zu 90% in den Kongo geflüchtet sind und dort weiterhin unter höchst prekären Verhältnissen (über)leben müssen.

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Der Kongo, vormals Zaire. Ein unermesslich großes Land. Drei Tage haben wir mit dem Motorrad gebraucht, um zwei der 26 Provinzen zu durchqueren… Ein unermesslich reiches Land. Drei Viertel aller Koltanvorräte der Welt liegen in kongolesischer Erde… Ein unermesslich konfliktreiches Land. Die UNO beziffert die Zahl der Toten unter der Zivilbevölkerung in der Provinz Kassai auf mehr als eintausend in den vergangenen zwölf Monaten… Ein unermesslich instabiles Land. Seit Dezember 2016 hält sich Präsident Kabila mit Gewalt an der Macht und verstößt damit eindeutig gegen die Verfassung seines Landes. Dringend gebotene Neuwahlen sind nicht in Sicht. Ein Volksaufstand gegen Ende des Jahres ist dagegen nicht mehr auszuschließen. Es brodelt an allen Ecken und Enden.

Mobutu
Foto aus: http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/903324.stm

Wer „Kongo-Zaire“ sagt, kommt nicht umhin, im zweiten Satz jenen Mann zu erwähnen, der das Geschick des Landes so geprägt hat wie wohl kein anderer – wenn man von dem äußerst gewalttätigen belgischen König Leopold II zu Kolonialzeiten absieht: Mobutu Sese Seko (1930-1997).

Die Heimat dieses Herrschers war die Region des „Nord-Ubangi“. Das ist genau jene Region, die unserer Basse-Kotto gegenüberliegt. Mobutus Stadt vom Reißbrett, innerhalb von wenigen Jahren aus dem Boden gestampft, war Gbadolite. Jene Stadt, in der heute der Bischof von Molegbe lebt, und wir auch, wenn wir nicht in unserem Mobaye sind. Die Spuren Mobutus finden sich überall: Ein neu herausgeputztes Denkmal, vor allem aber seine Prachtbauten. Oder besser: das, was von ihnen übrig geblieben ist, denn die Kabila-Rebellen Seite an Seite mit ruandischen Milizen haben zerstört und geraubt, was zu zerstören und zu rauben war. Mobutus berühmte Residenz auf dem Kawele-Hügel zehn Kilometer außerhalb der Stadt ist heute eine Ruine. Vor ein paar Wochen hatten wir Gelegenheit, die Stätte zu besichtigen.

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Was die Rebellen damals aber nicht zerstören konnten, ist die bleibende Verehrung für den Herrscher in den Herzen der Menschen. Bis heute schwärmen die Bewohner der Provinz des „Nord-Ubangi“ von Mobutu. Sicher, so höre ich immer wieder, war er auch ein Diktator. Aber vieles habe er auch gebracht nach Gbadolite: geteerte Straßen, ein Krankenhaus, eine Universität, eine katholische Kirche, Supermärkte wie in Belgien und so weiter. Unter Kabila gebe es nur Rückschritt… Klar. Die Heimat seines gestürzten Feindes lässt man erst einmal bluten in der „Demokratischen Republik Kongo“ (so der offizielle Staatsname).

Demokratie, so erscheint es mir, bedeutet im zentralen Afrika etwas ganz anderes als im westlichen Europa.

Ein Haus wird eingeweiht

Auch wenn ich langsam ungeduldig werde, nach Gbadolite und Mobaye zurückzukehren, so gibt es doch auch viele sehr nette Momente, die ich hier in Bangui erleben darf. Besuch aus Deutschland zum Beispiel. Oder auch eine „Wohnungseinweihungsparty“ (obwohl es sich theologisch gesprochen nicht um eine „Weihe“, sondern wohl eher um eine „Segnung“ gehandelt haben dürfte).

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Seit einem knappen Jahr ist eine weitere Deutsche im Land: Karin Roth, die im Auftrag der AGEH – das ist der „Personaldienst der deutschen Katholiken“ – mehrere Projektstellen des „Zivilen Friedensdienstes“ aufbaut.

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Nach etlichen Wochen und Monaten in verschiedenen Gästehäusern hat sie nun ein kleines Häuschen gefunden, direkt am Ubangi. Da zieht sie in diesen Tagen ein, und da darf der Segen mit einer gehörigen Portion Weihwasser nicht fehlen.

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PS.: Bischof Cyr-Nestor ist vorgestern mit einem Flieger der Vereinten Nationen nach Alindao zurückgeflogen. Wenn alles gut geht, mache ich mich Montag auf den Weg, oder besser: in die Luft auf. Da ich diesmal einige wichtige Dinge transportieren muss, erscheint uns der Weg mit dem Motorrad durch den Kongo etwas zu riskant.