Befreiung, Gewalt und Ungewissheit

Seit meinem Eintrag vom 1. April hat sich in militärisch-politischer Lage nichts geändert. Während es in Bangui einigermaßen „ruhig“ ist – der Ausnahmezustand gilt weiter und eine Ausgangssperre herrscht ab 20 Uhr – , gehen die Militäraktionen im Landesinneren weiter. Die Regierung bleibt entschlossen, die Rebellenverbände überall gewaltsam zu „neutralisieren“. Dazu agieren das zentralafrikanische Militär zusammen mit russischen Milizen und ruandischen Truppen, allerdings losgelöst und völlig unabhängig von den Kontingenten der Vereinten Nationen, der Minusca.

In Mobaye bleiben die Rebellen vor Ort. Noch verlassen sie die Stadt nicht. Ständig machen Gerüchte die Runde, dass es in den nächsten Stunden oder Tagen zum Eintreffen der Alliierten komme. Doch nichts passiert. Diese Ungewissheit des  Wartens ist zermürbend und reibt auf. Einige Leute haben ihre Sachen wieder zusammengepackt und sind in den Kongo übergesetzt, wie auch schon vor vier Jahren, im Jahr 2017.

Die Regierung lässt täglich per sms über die Mobilfunkanbieter dieselbe Botschaft verbreiten: „Landsleute, seid wachsam! Meldet jede verdächtige Person, die die öffentliche Sicherheit gefährden könnte, an die folgende Nummer…“

Ich bin noch bis morgen, Montag, in Bangui; die Lage in der Basse-Kotto bleibt weiterhin sehr angespannt. (Auch wenn wir das im Alltag dann verdrängen…)


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