Eine Diözesanversammlung, drei Weihen und eine Wallfahrt

Bevor wir uns in der vergangenen Woche auf den Weg nach Bangui gemacht haben, fand in unserer Pfarrei St Joseph ein diözesanes Großereignis statt, von dem ich unbedingt noch berichten möchte.

Da war zunächst die „Diözesanversammlung“, das heißt ein Treffen von Vertretern aller fünf Pfarreien und Pfarrsektoren des Bistums. Jede Einheit schickt fünf Delegierte, um mit Bischof und Hauptamtlichen Vergangenes in der Diözese zu reflektieren und, vor allem, um neue Perspektiven zu eröffnen.

Eigentlich findet eine solche Versammlung zweimal im Jahr statt, aber seit den blutigen Ereignissen in der Basse-Kotto vom Mai 2017 waren alle Wege versperrt, die Pfarreien wie gelähmt und manche gar nicht mehr funktionell.

Von daher stellte das Bistumstreffen vor vier Wochen ein ganz besonderes Ereignis dar, viele Teilnehmer hatten sich seit Jahren nicht mehr gesehen. Und so ging es viel um die leidvollen Ereignisse der letzten Zeit, um die erlittenen Verluste, um die verbleibende Trauer und auch Wut.

Aber wir haben auch diskutiert über das Thema „Versöhnung“ und „Friede“. Und „Gerechtigkeit“. Letztere vermissen wir hier weiterhin schmerzlich. Das ungeschriebene Gesetz der absoluten Straffreiheit schützt bis heute die Verbrecher und liefert die Opfer dem Vergessen aus.

Deshalb wollen wir in Zukunft in der ganzen Diözese den 15. November zu einem Gedenktag machen, den Tag des Massakers von Alindao im vergangenen Jahr.

Neuanfang, Neuaufbruch, mit neuem Mut für eine Kirche, die sich immer wieder auf die Seite der Schwachen stellt, mit unseren eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten – Die Ideale sind hoch gesteckt.

Nach drei vollen Tagen stand ein großes Fest auf dem Programm: Zwei Diakone der Diözese von Alindao wurden zu Priestern, ein Kandidat zum Diakon geweiht. All das sind Momente der Hoffnung gewesen. Und des Feierns natürlich auch.

Am nächsten Morgen begann die dritte Etappe des großen Diözesantreffens, die Wallfahrt nach Pengue. Ihr erinnert Euch: Pengue ist der Marienwallfahrtsort, ca. 10 Kilometer außerhalb von Mobaye gelegen. Schon mehrmals sind wir dorthin „gepilgert“, um „mit den Füßen zu beten“. Nach drei Tagen „katholisch“ – will heißen: Gottesdienste feiern, Rosenkränze beten, Beichte hören, Lichterprozession, Eucharistische Anbetung, Vorträge und abendliche Entspannung bei reichlich Palmwein – nach drei Tagen „katholisch“ also machten sich die Gäste aus Nah und Fern der Diözese wieder auf den Heimweg.

P

Und der Alltag hatte uns wieder…


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