Trotz allem: Die Kirche lebt weiter

Spannungen nehmen zu, und wieder ab. Am Morgen meint man, die Lage habe sich etwas stabilisiert, am Nachmittag erreicht uns dann die Nachricht, dass in einem Nachbarort wieder ein Seleka-Rebell einen Anti-Balaka-Kämpfer niedergestochen habe. Zum Glück habe der Mann den Angriff überlebt.

So geschehen am vergangenen Wochenende.

Am Samstag habe ich mich mit einem unserer Pfadfinder aufgemacht, das Dorf Kossinga zu besuchen, das in 15 Kilometer Entfernung von Mobaye liegt. Ganz in der Nähe des Dorfes waren die zwei Männer, von denen ich in meinem letzten Eintrag schrieb, von desertierten Rebellen schwer verletzt worden.

Wir gehen zu Fuß. Das erlaubt viele Begegnungen am Wegesrand.

CIMG1236 2

CIMG1250 2

 

 

Am Abend Treffen mit den Eltern und Paten der Kinder, die ich am nächsten Morgen taufen darf.

 

CIMG1270 2

 

Vor der Messe, die wir für acht Uhr geplant haben, gibt es Gelegenheit zur Beichte. Der Gottesdienst beginnt schließlich um viertel nach neun.

 

Drei Stunden Gottesdienst mit Taufe von zwanzig Kindern. Für drei Stunden „abschalten“ von Gerüchten, Misstrauen, Anspannung.

Doch beim anschließenden Mittagessen erreicht uns eben diese Nachricht, dass in einem großen Dorf in sieben Kilometer Entfernung am Vormittag eine Messerattacke stattgefunden habe. Sofort bewaffnen sich alle Anti-Balaka-Kämpfer in den Dörfern wieder und patrouillieren auf der Straße. Ich habe die Gewehre nicht gezählt, die ich auf dem Rückweg gesehen habe.

Bis jetzt ist es ruhig geblieben. Gott sei Dank.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s