Für ein paar Stunden nochmals in „unserem“ Mobaye

Die vergangenen 10 Tage waren wieder sehr gewalttätig in der Basse-Kotto gewesen. An zwei Orten haben die „Anti-Balaka“-Milizen Gräueltaten an der muslimischen Zivilbevölkerung verübt, in einem anderen Dorf waren es die Seleka-Rebellen, die zahlreiche Menschen ermordet haben.

In „unserem“ Mobaye herrschen weiterhin die Seleka-Rebellen. Schwer bewaffnet und „beschützt“ von den mauretanischen Blauhelm-Soldaten. Es ist ruhig in der Stadt. Sehr ruhig.

Gestern haben wir nochmals für ein paar Stunden übergesetzt. Die Seleka-Rebellen verhalten sich uns gegenüber „neutral“; einige begrüßen uns.

Gleichzeitig setzen sich ganz neue Gruppendynamiken in Gang. Die in Mobaye verbliebene Bevölkerung (etwa 5%) blickt zunehmend mit Verachtung auf die geflohene Mehrheit im Kongo. Auch wir haben das von zwei unserer Gemeindemitglieder zu spüren bekommen. Sie werfen uns vor, sie im Stich gelassen zu haben… Unsere pastorale und humanitäre Arbeit unter den Flüchtlingen im Kongo interessiert sie nicht. Demgegenüber werfen die Geflohenen den in Mobaye Verbliebenen Kollaboration mit den Seleka-Rebellen vor. Es stimmt: Ohne Zivilbevölkerung könnte die Rebellentruppe in Mobaye nicht existieren.

Der Krieg hat es schon jetzt geschafft, einen tiefen Graben in unsere Gemeinde zu reißen.

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Um diesen Eintrag aber nicht nur mit Frustrierendem zu schließen, schicke ich Euch ein Foto vom kleinen Bernard hinterher. Einer der unzähligen zentralafrikanischen Flüchtlingskinder im Kongo. Er hat es hier im Krankenhaus soeben geschafft, dem Malaria-Tod von der Schippe zu springen…

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