In Bangui

Seit vergangenem Samstag sind wir, Père Christ-Roi und ich, in Bangui. Verschiedene Anlässe haben die Fahrt in die Hauptstadt notwendig gemacht. Fast 600 Kilometer liegen hinter uns, aber nicht mit dem Auto durch die Zentralafrikanische Republik, sondern mit zwei Taxi-Motorrädern durch den Kongo.

133638-RDCongo Reference Map - Province de l'Equateur - Carte administrative (Mars 2012)
Drei Tage durch den nord-westlichen Zipfel des Kongo: gestartet in Gbadolite, am Mittag des zweiten Tages in Gemena angekommen, am Samstag Nachmittag dann in Zongo. Gegenüber liegt Bangui. Der direkte Weg über Bosobolo ist in der Regenzeit nicht machbar.

Die Straße zwischen Mobaye und Alindao, die den Beginn der Strecke nach Bangui bildet, ist nämlich unpassierbar. Die Brücken sind zerstört, in zahlreichen Dörfern hocken unberechenbare, bewaffnete Gruppen zur sogenannten „Selbstverteidigung“. Selbst die Blauhelmsoldaten aus Mauretanien, die in Mobaye stationiert sind, werden nicht mehr über den Landweg, sondern alle zwei Wochen durch einen Transporthubschrauber mit Nahrungsmitteln und Munition versorgt.

Und so haben wir drei Tage gebraucht, um in Zongo, der Stadt auf kongolesischer Seite gegenüber von Bangui anzukommen. Starker Regen, schlechte Pistenverhältnisse und mehrere Motorradpannen haben die Reise länger werden lassen als geplant.

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Aber nun sind wir wieder in „unserer“ Hauptstadt, in der es sich, wie die französische Tageszeitung „Le Monde“ neulich schrieb, wie in einer „Blase“ leben lässt. Der Rest des Landes ist sich selbst überlassen. Es gilt das Recht des Stärkeren. Oder besser: des Gewalttätigen. Nur in Bangui scheint es noch „ein Stück Staat“ zu geben.

 

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