Eure Hilfe

Die Wochen vergehen, die Fronten zwischen den verfeindeten Rebellengruppen „Seleka“ und „Anti-Balaka“. Immer wieder kommt es zu hier oder dort zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Tote, Verletzte, verbrannte Dörfer…

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Der Blick über den Fluss, auf die Zentralafrikanische Republik

Lebensmut und Hoffnung auf ein baldiges Ende des Bürgerkrieges sind nicht erloschen, aber die Kraft nimmt ab.

In dieser Situation möchte ich Euch an dieser Stelle noch einmal „Danke“ sagen für die vielen Zeichen Eurer Solidarität: Eure Aktionen in Pfarrgemeinden und Öffentlichkeit, Euer Gebet und Eure finanzielle Hilfe. All das kommt an und erlaubt uns, weiterzumachen, sowohl in unserer Pfarrei auf zentralafrikanischer Seite als auch unter den vielen Flüchtlingen auf kongolesischer Seite.

Von unserer Krankenstation in Kambo mit dem Team aus Zangba habe ich schon mehrfach geschrieben. Diese medizinische Hilfe zugunsten der Flüchtlinge aber auch der einheimischen Bevölkerung geht weiter, Tag für Tag. Dank Eurer Spenden können wir hier in Gbadolite regelmäßig Medikamente und andere Ausrüstung kaufen und nach Kambo bringen. Euer Geld hilft zudem, die Taxi-Motorräder zu bezahlen, die monatlichen Gehälter sicher zu stellen (ca. 90 Euro für die Krankenschwester, 45 Euro für die Hebamme, 15 Euro für den Praktikanten…), eine Mahlzeit für die Mitarbeiter, Telefonkosten, Internetverbindung usw.

In einem anderen großen Dorf namens Lembo leben ebenfalls viele unserer Flüchtlinge, geschätzt zwischen zwei und drei Tausend.

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Der Gesundheitsposten in Lembo
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Bei Abraham und Mama Gisèle

Hier unterstützen wir einen kongolesischen Gesundheitsposten, in dem neben der Leitern Mama Gisèle mittlerweile auch Abraham arbeitet. Abraham ist „sécouriste“ – „Krankenpfleger“ und Chef des kleinen Gesundheitspostens in Bôh auf zentralafrikanischer Seite. Und gleichzeitig sehr engagiert in unserer dortigen Außenstation; vor ein paar Monaten habe ich noch drei seiner Kinder taufen können (mit seinen drei Frauen hat er eine ganze Menge davon). Wie alle anderen Dorfbewohner ist auch er vor zwei Monaten in den Kongo geflohen.

Auch hier erlauben Eure Spenden, dass Flüchtlinge und einheimische Bevölkerung für wenig Geld – in Härtefällen auch völlig kostenfrei – behandelt werden können. Gestern bin ich noch dort gewesen. Unter den wartenden Patienten waren fünf Kinder, alle in einem mehr oder weniger kritischen Zustand. Vier von ihnen boten das klassische Bild von Mangel- bzw. Unterernährung.

Die humanitäre Lage ist dramatisch. Aber sie macht keinen Lärm und wird deshalb auch nicht gehört vom Rest der Welt. Der dritte Monat nach der Flucht ist angebrochen. Noch ist keine nationale oder internationale Hilfsorganisation unter den Flüchtlingen aktiv.

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Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen (MSF) sind vor Ort in Gbadolite, aber nichts geschieht. Oder besser: Nichts kann geschehen. Denn die kongolesischen Behörden geben kein grünes Licht. Sie verweigern den Zugang zu den Flüchtlingen. Die Mühlen der Bürokratie mahlen sehr, sehr langsam. So sagt man uns.

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Seit 10 Tagen bin ich im Gespräch mit einem Team von „Ärzte ohne Grenzen“, das aus Bangui gekommen ist. Sie stehen quasi „in den Startlöchern“.  Es fehlt die Arbeitserlaubnis aus Kinshasa. Aber Kinshasa ist weit weg. Und die innenpolitische Lage in diesem gewaltig großen Land höchst instabil. Bleibt nur: Warten.

Im zentralen Afrika kann man es mit eigenen Augen sehen und erleben: Wie nationale und internationale interessengeleitete Politik die Armen dieser Erde zermalmt.

Aber – Gott sei Dank – ist da immer noch ein Fünkchen Hoffnung, das bleibt.

 

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