Ein Jahr später

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Viele von Euch waren vor gut einem Jahr in Knechtsteden mit dabei. Da haben wir unseren Gott gefeiert, der uns das Leben schenkt und Menschen aller Völker zu Brüdern und Schwestern macht.

 

Die Erinnerungen an meine Priesterweihe am 24.Juli 2016 begleiten mich hier im Grenzgebiet zwischen der Zentralafrikanischen Republik und dem Kongo Tag für Tag.

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Und sie machen mir Mut und schenken mir Zuversicht – trotz aller Bedrohung, der das Leben ausgesetzt ist, und trotz allen Hasses, den viele Menschen im Herzen tragen.

Wenn ich schreibe „viele“, dann meine ich damit freilich nicht alle. Im Gegenteil: Die allermeisten Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als wieder in Frieden und Sicherheit daheim leben zu können. Nur ist das nicht im Sinne der Kriegsherren im Land…

Oft kommen mir in diesen Tagen die Texte der Lesungen in den Sinn, die in dem Festgottesdienst vor einem Jahr vorgetragen wurden. Da war die Rede von Gottes Bund mit allen Menschen auf der Erde unter dem Zeichen des Regenbogens… „Nzapa ayeke ndoye“ – „Gott ist die Liebe“, hieß es im Ersten Johannesbrief… Jesus, der die fünf Brote und zwei Fische vermehrt und unter den hungrigen Menschen verteilt…

Worte und Gesten aus biblischer Zeit, die mehr ausdrücken von dem, was uns alle hier bewegt, als die beschönigenden und beschwichtigenden Reden mancher Rebellen und Politiker, die doch alle nur Kriegsgewinnler sind. Einen Krieg zu beginnen, ist leicht. Einen Krieg zu beenden ist unendlich schwerer.

Gestern Morgen haben wir Gottesdienst gefeiert in „unserem“ Mobaye auf zentralafrikanischer Seite. Père Christ, vier Leute aus der Gemeinde und ich. Jetzt bin ich wieder im Kongo.

Und so nutze ich diesen Eintrag, um Euch ein „Dankeschön“ zu sagen für Euer An-Uns-Denken, Mitfühlen und Mitbeten. Wir geben jedenfalls jene Hoffnung nicht auf, die uns im Lukasevangelium verheißen ist:

„Und sie werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, und zu Tische sitzen im Reiche Gottes.“ (Lk 13,29).

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Ein Gedanke zu “Ein Jahr später

  1. Lieber Olaf,

    Danke für deine Berichte, die trotz allem auch Hoffnung machen, dass es nicht immer so weitergehen muss. Aber es macht schon Angst, wie sich im Moment der Eigennutz und die Gier breit machen. Ich verfolge das in den Nachrichten aus einer recht sicheren Position und versuche, es nicht wegzuwischen. Vielleicht ist mitfühlen und beten zur Zeit tatsächlich das Einzige, was ich tun kann. Jedenfalls wird auch durch deine Erzählungen deutlich, wie nah wir in dieser Welt zusammen leben und wie sehr es auch uns angeht, wenn lebensfeindliche Werte und Ziele Handlungsreisenden sind. Ich wünsche dir und euch Segen für Euer Tun und die Entscheidungen, die ihr täglich neu treffen müsst. Ganz herzliche Grüße Ellen

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